01.06.2011

Freundlich schauen, ruhig sprechen und fragen, fragen, fragen – Das Bewerbungsgespräch

Erstmal Glückwunsch: Ihr habt es geschafft, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Eure Bewerbung  hat also ihren Zweck erfüllt und ihr könntet möglicherweise  bald die gewünschte Stelle bekommen. Es ist völlig normal, dass ihr nun etwas aufgeregt und vielleicht auch ängstlich seid, doch keine Sorge: Wenn ihr die folgenden Tipps beherzigt,  macht ihr den bestmöglichen Eindruck auf euren zukünftigen Arbeitgeber.

Vor dem Bewerbungsgespräch

Informiert euch über die Firma

Es ist wichtig, einige Fakten zu kennen, zum Beispiel wie viele Angestellte das Unternehmen hat. Den Namen des Geschäftsführers solltet ihr wissen und auch vom Konzept der Firma solltet ihr schon mal gehört haben. Lasst euer Wissen einfach ganz locker in das Gespräch einfließen –  es wird gerne gesehen, wenn man solche Infos parat hat. Die meisten Firmen und Unternehmen haben inzwischen eine Internetpräsenz, auf denen könnt ihr einfach mal vorbei surfen. Oder kennt ihr jemanden, der in der Firma arbeitet? Dann unterhaltet euch mit ihm und entlockt ihm ein paar nützliche Infos.

Bereitet euch auf die Fragen vor

Versetzt euch einmal in die Rolle des Arbeitgebers: Was für einen Menschen braucht er für seine Firma? Und warum könnt gerade ihr dieser Mensch sein? Ihr werdet Fragen hören wie „Wie passen Ihre Eigenschaften zu uns?“, “Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?“ oder auch „Warum sollen wir Sie nehmen und keinen der anderen Bewerber?“. Auf diese Standardfragen solltet ihr eine gute Antwort parat haben. Noch ein Klassiker: „Erzählen Sie mal etwas über sich.“ Das klingt einfach, ist aber ganz schön schwierig – wenn man die Antwort schon mal geübt hat, geht es schon viel leichter.
Deswegen überlegt euch schon vor dem Gespräch, was ihr sagen möchtet. Am besten macht ihr euch Stichpunkte. Dann seid ihr auch während des Gespräches entspannter und souveräner  – das merkt auch derjenige, mit dem ihr sprecht!

Überlegt euch selber Fragen

Auf jeden Fall solltet ihr im Gespräch auch selbst einige Fragen stellen. Das zeigt, dass ihr euch gut vorbereitet habt und euch auch wirklich für die Firma interessiert. Zum Beispiel könnt ihr fragen, mit wie vielen Leuten ihr zusammenarbeiten werdet oder wie es mit Aufstiegsmöglichkeiten aussieht. Überlegt euch vorher schon, welche Fragen zu eurem Arbeitsbereich stellen könnt und notiert diese am besten. Genau abwägen solltet ihr allerdings die Fragen nach Gehalt, Urlaub und Überstunden. Nicht, dass ihr das nicht fragen dürft, haltet euch aber lieber etwas zurück, wenn ihr euch unsicher seid, wie das auf euer Gegenüber wirkt.

Plant die Anreise

Dieser Punkt wird häufig übersehen, ist aber wichtig: Damit ihr nicht zu spät zum Vorstellungsgespräch kommt, plant den Weg dafür vorher und stellt sicher, dass ihr wisst, wo ihr genau hin müsst.
In das Zimmer, in dem das Vorstellungsgespräch geführt wird, wird euch in größeren Firmen ein Pförtner oder eine Sekretärin den Weg weisen.

Beseitigt Unklarheiten

Scheut euch nicht, anzurufen und zu fragen. Eigeninitiative wird gerne gesehen, außerdem erhaltet ihr so am unkompliziertesten die gewünschten Informationen.

Wählt die richtige Kleidung

„Was soll ich nur anziehen?“, fragen sich wahrscheinlich die meisten vor ihrem Vorstellungsgespräch. Überlegt einfach, wie ihr euch in dem Beruf alltäglich anziehen würdet – so könnt ihr euch meistens auch zum Bewerbungsgespräch kleiden. Im Büro darf es etwas feiner sein als in der Schreinerei. Achtet allgemein auf schlichte und bequeme Kleidung sowie auf ein gepflegtes Aussehen. Den Kaugummi nehmt ihr am besten aus dem Mund.
Frauen sollten darauf achten, sich nicht zu stark zu schminken, ein leichtes Make-up genügt. Nicht gerne werden übrigens Miniröcke und tief ausgeschnittene Oberteile gesehen.

Nehmt alles mit, was wichtig ist

Packt eure Bewerbungsunterlagen ein, am besten in einer Mappe, damit sie nicht zerknittern: Zeugnisse, Lebenslauf, die kopierte Bewerbung. Um die Wartezeit zu überbrücken und euch vor dem Gespräch etwas abzulenken, könnt ihr die Unterlagen nochmals durchgehen.


Im Bewerbungsgespräch

Das Gespräch beginnt mit der Begrüßung

Wichtig für den ersten Eindruck: Augenkontakt suchen und freundlich schauen. Vielleicht könnt ihr das vorher noch einmal üben. Einen Händedruck gebt ihr nur, wenn euch der Personalverantwortliche die Hand entgegenstreckt. Setzt euch erst nach der Aufforderung.
Wenn euch ein Getränk angeboten wird, könnt ihr es annehmen. Am besten ist stilles Wasser – dann wird euch der Mund beim Reden nicht trocken.

Allgemeine Gesprächsregeln

Bemüht euch um ein freundliches und hilfsbereites Auftreten und haltet immer Blickkontakt zu eurem Gesprächspartner. Sitzt aufrecht und sprecht deutlich, hört aufmerksam zu, verwendet hin und wieder auch den Namen eures Gesprächpartners. Das alles klingt ein wenig nach Drill und überflüssigen Manier-Regeln, macht aber definitiv einen guten Eindruck – und muss auch nicht aufgesetzt wirken, wenn ihr es natürlich rüberbringt.
Eigentlich selbstverständlich: Benutzt im Bewerbungsgespräch keine Kraftausdrücke! Redet höflich und durchdacht, vermeidet lange Schachtelsätze.

Keine Aufregung

Die Aufregung legt sich einfach nicht? Und vielleicht merkt das der Gesprächspartner sogar? Überlegt, ob es vielleicht angebracht ist, es einfach einzugestehen und dem Personalverwalter zu erklären, was los ist: „Ich bin etwas aufgeregt, denn dieses Gespräch ist sehr wichtig für mich.“ Euer Gesprächspartner wird das verstehen, vorausgesetzt ihr könnt danach wieder normal weiter reden. Lasst euch nicht einschüchtern!

Nach dem Vorstellungsgespräch werdet ihr den Bescheid erhalten, ob ihr diese Arbeitsstelle nun besetzen dürft. Falls es nicht gleich klappt, versucht es weiter und seht das Gespräch als Übung. Bei jedem Bewerbungsgespräch werdet ihr sicherer sein; und dann kann es bis zur festen Anstellung nicht mehr lange dauern!


von Angela Schuberth