01.09.2011

Zu Hause unter Fremden: Azubis in sächsischen Jugendwohnheimen

Für die Ausbildung in eine andere Stadt zu gehen, ist heute normal und manchmal gar nicht zu vermeiden. Doch mit der Mobilität kommen die Fragen: Wo komme ich unter? Wie bezahle ich das? Wie kriege ich da Anschluss zu anderen jungen Menschen?

Nach der Schulzeit stellt sich die Frage: Was nun? Die Phase der Bewerbungen geht los. Doch nicht selten ist es so, dass man in der eigenen Stadt keinen geeigneten Ausbildungsplatz findet. Einige wollen das sogar gar nicht und bewerben sich ausschließlich in anderen Städten.

Für viele Azubis sind Jugendwohnheime die Antwort. Dort kommen sie nicht nur preiswert unter, sie lernen auch andere junge Menschen kennen, denen es ähnlich geht, und finden meist schneller Anschluss.

Dabei bieten Jugendwohnheime nicht nur die Unterkunft, sondern auch Verpflegung und pädagogische Betreuung für Azubis, die nicht zu Hause wohnen können oder wollen. Man ist somit nicht ganz auf sich allein gestellt, sondern bekommt Unterstützung.

In Deutschland gibt es etwa 600 Jugendwohnheime. Das größte hat 460 Plätze, das kleinste nur zehn Betten. Als zentrale Anlaufstelle bei der Suche nach Jugendwohnheimen gibt es die Internetseite www.auswaerts-zuhause.de.

Wo gibt es solche Jugendwohnheime?

„Ich bekomme viele Anfragen von Jugendlichen, und meistens wird dort gesucht, wo es wirtschaftlich gut läuft, wo Unternehmen und eben auch Ausbildungsplätze sind. Gerade dort ist das Angebot auch groß“, sagt Andreas Finke vom Webportal „Auswärts Zuhause“. Allein für Sachsen listet die Internetseite 59 Wohnheime.

Was kostet das?

„Da gibt es große Unterschiede. Jedes Wohnheim macht seine eigenen Preise. Die Kosten liegen aber immer unter der ortsüblichen Miete einer Wohnung. Die Arbeitsagenturen geben Geld dazu. Offiziell heißt das Berufsausbildungsbeihilfe. Die Höhe hängt vom Einkommen der Eltern ab, der Azubi muss die Beihilfe beantragen. Im Jugendwohnheim in Leipzig kostet der Monat zum Beispiel 300 Euro. Mit allem drum und dran: Vollpension, Freizeitangeboten und Betreuung.“

Was habe ich davon in einem Wohnheim zu wohnen?

„In erster Linie natürlich, dass man nicht allein ist und unterstützt wird. Außerdem hören die Chefs gern, wenn Bewerber im Gespräch erzählen, dass sie in einem Jugendwohnheim wohnen. Das Risiko, dass der neue Azubi nach drei Monaten seine Lehre wegen Heimweh oder Fremdeln abbricht, ist dann einfach geringer.“

Jugendwohnheime in Sachsen findet ihr unter www.auswaerts-zuhause.de.